PV-Zubau im Mai 2026 unter Erwartungen – Speichermarkt bleibt durch Nachrüstungen stabil
Grafik: EWS GmbH & Co. KGDie Nachfragebelebung, die sich in den letzten Wochen im Anfragen- und Bestellvorlauf von Handwerk und Handel bemerkbar gemacht hat, ist auch im Mai 2026 noch nicht im Marktstammdatenregister (MaStR) angekommen. Während der PV-Zubau unter den Erwartungen bleibt, zeigt sich das Speichergeschäft dank Nach- und Aufrüstungen stabil. Politisch wächst der Druck indes auf die Bundesregierung, den Ausbau nicht auszubremsen, sondern verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Vor dem Start der Intersolar steht die Branche erneut vor der Aufgabe der Evolution: Robustere wirtschaftliche Geschäftsmodelle müssen her, die den neuen ordnungspolitischen Vorgaben standhalten.
PV-Zubau im Mai 2026 bleibt hinter den Erwartungen zurück
Trotz erkennbarer Nachfrageimpulse liegt der PV-Zubau im Mai 2026 mit 1.230,5 MWp aktuell (Stand: 15.06.2026) gut 11,7 % unter dem Vormonat und 4,7 % unter dem Vorjahreszeitraum. Das Minus zieht sich durch alle Anlagensegmente (Plugin und Großanlagen im Vergleich zum Mai 2025 ausgenommen). Aufgrund der Feiertage standen für den tatsächlichen Zubau im Mai weniger Arbeitstage zur Verfügung als in anderen Monaten, was ein Grund für die niedrige Statistik sein kann. Aber dass sogar weniger Leistung zugebaut wurde als im vergangenen Dezember, lässt sich dadurch nicht erklären.

Nachmeldungen im MaStR erschweren die Bewertung der Marktentwicklung
Seit dem Jahreswechsel scheint der Anteil nachgemeldeter Anlagen den bisher von der Bundesnetzagentur zum Zeitpunkt der Bekanntgabe angenommenen Wert von 15 Prozent deutlich zu übersteigen. Offiziell beträgt die gesetzliche Registrierungsfrist im MaStR einen Monat nach der Inbetriebnahme der PV-Anlage.

Ein Vergleich der Registrierungen für den Monat April zum Stichtag und ca. vier Wochen später zeigt, dass der tatsächliche Prozentanteil je nach Anlagengröße teilweise deutlich darüber liegt. Das Segment der Steckersolar-Anlagen ist hiervon ausgenommen. Ein ähnlicher Versatz zeigt sich auch in den vorangegangenen Monaten, weswegen die Vermutung naheliegt, dass sich der PV-Zubau für Mai wieder auf dem April-Niveau einpendeln wird.
Speicherzubau bleibt durch Nach- und Aufrüstungen stabil
Die insgesamt installierte Speicherkapazität im Mai liegt mit rund 563 MWh deutlich unter dem beiden Vormonaten, die durch Peaks im Segment der Großspeicher geprägt waren. Auch die Residential- und (Small-) Commercial-Neuregistrierungen stagnierten oder zeigten sich rückläufig, aber im Jahresverlauf deutlich stabiler als der PV-Zubau.

Blickt man anstelle der zugebauten Kapazität auf die Anzahl der Anlagen, wird ein weiterer Trend deutlich: Während die Anzahl der Speicherinstallationen (inkl. Nachrüstung und Aufrüstung) bis 100 kWh im Vergleichszeitraum Jan-Mai im Jahresvergleich nahezu stabil bleiben, sinken die Fallzahlen bei Neuinstallation von PV-Anlagen bis 100 kW um 23 bis 42 Prozent und das sogar tendenziell zwei Jahre in Folge.
Dieses Auseinanderlaufen bestätigt die Vermutung, dass der Speichermarkt zunehmend von Nachrüstungen und Kapazitätserweiterungen bestehender Systeme geprägt ist. Dadurch bleibt das Speichergeschäft stabil, obwohl die Dynamik bei den Neuinstallationen nachlässt.


EEG-Novelle: Länder stellen sich gegen Bremsen beim Ausbau erneuerbarer Energien
Politisch sorgt die geplante EEG-Novelle nach wie vor für breite Ablehnung. Auf der Energieministerkonferenz Ende Mai sprachen sich jetzt alle Länder gegen mögliche Bremsen und Stoppschilder beim Ausbau erneuerbarer Energien aus wie beispielsweise die Festlegung von Netzengpassgebieten und Kürzungen bei kleinen Dach-Solaranlagen, Ausbauzielen und neuen bürokratischen Hürden. Stattdessen hieß es, dass die Länder den Bund weiterhin in die Pflicht nehmen wollen, die richtigen Weichen zu stellen und endlich den Turbo für die heimischen Erneuerbaren und deren Beitrag zur Senkung der Strompreise in ganz Deutschland besser zu nutzen.
Auch wenn dieses Signal keinen direkten Einfluss auf die Verabschiedung einer EEG-Novelle hat – das EEG ist im Bundesrat nicht zustimmungsbedürftig – verdeutlicht es den Gegenwind sowohl innerparteilich als auch über die Parteigrenzen hinweg. Spitzenvertreter der SPD haben zuletzt wiederholt betont, dass der Ausbau erneuerbarer Energien keinesfalls ausgebremst werden dürfe – auch aus Kostengründen und zur Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern.
Zeitdruck bei der EEG-Reform wächst
Der Gesetzesentwurf für eine Novelle des EEG liegt immer noch nicht vor. Die Bundeswirtschaftsministerin hat jedoch angekündigt, dass EEG-Reform und Netzpaket noch vor der Sommerpause 2026 ins Kabinett eingebracht werden sollen. Der Zeitdruck ist hoch: Die aktuelle beihilferechtliche Genehmigung der EU für die EEG-Förderung läuft zum Jahresende aus. Ohne Neuregelung droht eine Förderlücke.
Intersolar 2026: Branche sucht tragfähige Geschäftsmodelle für den neuen Markt
Vor diesem Hintergrund richtet sich der Blick der Solarbranche auf die anstehende „The Smarter E Europe“, die Ende dieses Monats Hersteller, Handel und Installation in München zusammenbringt. Die Erwartungen sind hoch: Neben Produktinnovationen werden vor allem strategische Lösungen für ein zunehmend komplexes Marktumfeld benötigt.
Nach Ansicht von EWS-Geschäftsführer Jan Paul Dahm muss die Branche stärker auf wirtschaftlich tragfähige Geschäftsmodelle setzen und sich unabhängiger von politischen Rahmenbedingungen aufstellen. Chancen sieht er unter anderem bei dynamischen Stromtarifen, der Direktvermarktung, der Sektorenkopplung und intelligentem Energiemanagement. Zudem erwartet er von der Intersolar neue Impulse und Lösungsansätze für den Markt.
Quelle: EWS GmbH & Co. KG | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH