KNE-Publikation: Welche Auswirkungen Solarparks auf Fledermäuse haben

Eine Mausohrfledermaus im Flug, eine KNE-Publikation hat die Auswirkungen von Solarparks auf Fledermäuse untersucht.Foto: KNE gGmbH, Elizabeth / stock.adobe.com
Pauschale Aussagen über die Auswirkungen von Solarparks auf Fledermäuse zu treffen, ist derzeit nicht möglich.
Das Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende (KNE) hat wissenschaftlichen Studien zu Auswirkungen von Solarparks auf Fledermäuse ausgewertet und stellt Handlungsempfehlungen vor, die man aus den Untersuchungsergebnissen ableiten kann.

In den letzten Jahren haben Forscher:innen in ersten wissenschaftlichen Studien die Auswirkungen von Solarparks auf Fledermäuse untersucht und mögliche Konsequenzen für die Planung aufgezeigt. Das KNE stellt vier begutachtete Studien aus England, Ungarn und Frankreich vor, die wissenschaftliche Fachmedien vor dem 1. Mai 2026 veröffentlicht haben. Die Fledermausarten in den untersuchten Regionen kommen auch in Deutschland vor. Die KNE-Publikation „Auswirkungen von Solarparks auf Fledermäuse – Erkenntnisse aus aktuellen Studien“ vergleicht die Methodik sowie Ergebnisse dieser Studien und stellt Handlungsempfehlungen vor, die aus den Untersuchungsergebnissen abgeleitet wurden.

Wesentliche Erkenntnisse

  • Den bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge nutzen Fledermäuse Solarparks. Die Qualität der Jagdhabitate kann jedoch artspezifisch beeinträchtigt werden.
  • In den Photovoltaik-Freiflächenanlagen haben die Forscher:innen im Vergleich zu Referenzstandorten und umliegenden Habitaten eine geringere Rufaktivität und ein verändertes Flug- sowie Nahrungsaufnahmeverhalten ermittelt. Die Artenzahl blieb hingegen zumeist unverändert.
  • Die Auswirkungen der Solarkraftwerke auf Fledermäuse muss man art- und gildenspezifisch betrachten Sie hängen von den landschaftlichen Merkmalen sowie der Anlagenkonfiguration und –pflege ab. Pauschale Aussagen über die Auswirkungen von Solarparks auf Fledermäuse zu treffen, ist derzeit nicht möglich.

Ökologisch hochwertige Ausgestaltung erhöht Lebensraumqualität für Fledermäuse auf der Solarpark-Fläche

Die ausgewerteten Studien empfehlen, die potenziellen Auswirkungen von Solarparks auf Fledermäuse zu mindern, indem man diese vorrangig an Standorten mit einer geringen Eignung als Nahrungshabitat für Fledermäuse errichtet. Außerdem regen sie eine ökologisch hochwertige Ausgestaltung und Pflege der Photovoltaik-Großanlagen an. Dies kann beispielsweise durch die Schaffung zusätzlicher Habitate, wie Hecken sowie durch die Entwicklung und fachgerechte Pflege artenreicher Grünlandbestände erfolgen. Dadurch kann man die Lebensraumqualität für Fledermäuse auf der Solarpark-Fläche erhöhen. Dies sind Maßnahmen, die sich bereits bei der Minderung von Beeinträchtigungen anderer Artengruppen und Schutzgüter bewährt haben und die man deshalb multifunktionell einsetzen kann.

Die Autor:innen stellen nicht zuletzt heraus, dass für eine belastbare Beurteilung der langfristigen Auswirkungen auf Fledermauspopulationen etwa standardisierte Vorher-Nachher-Untersuchungen mit Kontrollflächen erforderlich sind. Zudem sollte man die Effekte unterschiedlicher PV-Anlagenparameter und Pflegeregime weiter bewerten und ein Monitoring nach einheitlichen Standards durchführen.

Die KNE-Publikation „Auswirkungen von Solarparks auf Fledermäuse – Erkenntnisse aus aktuellen Studien“ ist unter diesem Link zu finden.

Auch zu Auswirkungen von Windparks auf Fledermäuse gibt es Untersuchungen.

Quelle: KNE | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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