NRW: 99 neue Windkraftanlagen mit 451 MW Leistung im ersten Halbjahr 2026
Grafik: LEE NRWIn Nordrhein-Westfalen gingen im ersten Halbjahr 2026 99 neue Windkraftanlagen mit einer Leistung von knapp 541 MW in Betrieb. Das geht aus einer Auswertung des Markstammdatenregisters zum Windenergie-Ausbau durch den Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NEW) hervor. Weitere 275 Anlagen mit einer Leistung von rund 1753 MW haben die zuständigen Behörden genehmigt. Im ersten Halbjahr haben Investoren in NRW knapp eine Milliarde Euro an Investitionen in den Ausbau von Windkraftanlagen investiert. Die Genehmigungen, die man dieses Jahr bereits erteilt hat, umfassen ein weiteres Investitionsvolumen von 2,7 Milliarden Euro.
Der LEE NRW beobachtet, dass sich das Genehmigungsgeschehen derzeit abschwächt, wenngleich der Ausbau der Windenergie in Nordrhein-Westfalen nach wie vor auf einem hohen Niveau fortschreitet. Der stärkste Ausbau von Windkraftanlagen findet zurzeit im Kreis Warendorf, im Kreis Paderborn und im Kreis Soest statt. Bei den Genehmigungen liegt Paderborn an der Spitze. Es folgen der Kreis Höxter und der Hochsauerlandkreis.
„Das sich abschwächende Genehmigungsgeschehen zeugt von Unsicherheit in der Branche“, warnt LEE NRW-Geschäftsführer Christian Vossler. „Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche verunsichert mit ihrem Vorgehen und bremst Investitionen aus. Solange die Bedingungen für die Windenergie im EEG und bei den Netzen nicht klar sind, kann die Branche ihre Projekte nicht kalkulieren.“ Es brauche dringend Erleichterungen und Beschleunigungen bei den Netzanschlüssen und dem weiteren Netzausbau.
Für den LEE NRW sind Verlässlichkeit und ein klarer Kurs Grundbedingungen für Investitionen in die Windenergie. Der Verband fordert Bundeswirtschaftsministerin Reiche deshalb dazu auf, endlich für Klarheit zu sorgen, um Milliardeninvestitionen nicht zu gefährden, um Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen. Deutschland und die deutsche Wirtschaft müssen dringend unabhängiger von krisenhafter, fossiler Energieversorgung gemacht werden. Die nächsten Preisspitzen aufgrund weiterer Kriege und geopolitischer Krisen sind vermeidbar, wenn jetzt der politische Wille da ist.
Windenergie-Ausbau in NRW: Bestehende Hemmnisse reduzieren
Wichtig ist laut LEE NRW, nun den Fokus auf die Realisierung der Windenergieanlagen zu legen und bestehende Hemmnisse in NRW zu reduzieren. „Jetzt entscheidet die Umsetzung. Dafür brauchen wir schnellere Netzanschlüsse, einfachere Transportgenehmigungen, besser aufeinander abgestimmte Behörden und eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur. Gerade in der aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Lage zählt jede neu gebaute Windenergieanlage: Sie liefert günstigen Strom, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft, erhöht unsere Energieunabhängigkeit und schützt das Klima. Alle Beteiligten gemeinsam müssen Tempo machen“, sagt Hans-Josef Vogel, Vorstands-vorsitzender des LEE NRW.
Die letzte Bundesregierung und die schwarz-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen haben Genehmigungen und den Ausbau der Windenergie deutlich beschleunigt. Nun muss die Bundesregierung den Ausbau der Netze sowie von Speichern und anderen Flexibilitäten mit derselben Entschlossenheit vorantreiben.
Deutschlandweit betrug der Windenergie-Zubau im Juni 2026 433 Megawatt.
Quelle: LEE NRW | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH