EEG-Novelle: Holzverbände fordern von Einschränkungen für Holzenergie abzusehen

Ein Haufen Sägespäne, die Holzindustrie benötigt für die stoffliche Verwertung von Holz weniger Mengen als in Deutschland anfallen, daher sind Einschränkungen für die Holzenergie im EEG überflüssig.Foto: EMrpize / stock.adobe.com
Das Angebot an Sägenebenprodukten von rund 17 Millionen Quadratmeter übersteigt die stoffliche Nachfrage von gut 9 Millionen Quadratmeter deutlich.
Eine Analyse von Holzverbänden kommt zu dem Schluss, dass das Angebot an Sägenebenprodukten die stoffliche Nachfrage deutlich übersteigt. Daher gehe die geplante Priorisierung der stofflichen Verwertung vor der energetischen Holznutzung an den Marktverhältnissen vorbei.

Die Bundesregierung plant die EEG-Vergütung für Strom aus Holz einzuschränken und will damit Vorgaben der EU-Richtlinie RED III in nationales Recht umsetzen. Damit soll die stoffliche Verwertung von Holz Vorrang vor der Verbrennung erhalten. Eine Zusammenstellung aktueller Marktdaten zeigt aber nach Ansicht mehrerer Verbände, dass eine pauschale politische Vorrangregel für die stoffliche Nutzung von Holz an den tatsächlichen Marktverhältnissen vorbeigeht. Ein gemeinsames Papier vom Fachverband Holzenergie (FVH), des Waldeigentümerverbandes AGDW und dem Verband Familienbetriebe Land und Forst kommt zu dem Ergebnis, dass der Absatz von Schwachholzsortimenten für die stoffliche Nutzung seit Jahren rückläufig ist und somit weder Papier- und Zellstoff- noch Holzwerkstoffindustrie zusätzliche Holzmengen benötigen. Eine pauschale Priorisierung der stofflichen vor der energetischen Holznutzung würde daher nicht zu mehr stofflicher Verwertung führen, sondern funktionierende Märkte einschränken, Holzpreise unter Druck setzen und die Energieholznutzung gefährden.

Die zentralen Ergebnisse der Analyse

  • Der Faserholzeinsatz in der Papier- und Zellstoffindustrie ging von 10,6 Millionen Festmeter im Jahr 2010 auf 7,6 Millionen Festmeter im Jahr 2025 zurück. Damit wurde vor 15 Jahren noch fast anderthalbmal so viel Holz in der Papier- und Zellstoffindustrie eingesetzt wie aktuell.
  • Das Angebot an Sägenebenprodukten von rund 17 Millionen Quadratmeter übersteigt die stoffliche Nachfrage von gut 9 Millionen Quadratmeter deutlich.
  • Die Produktion der deutschen Holzwerkstoffindustrie weist langfristig ebenfalls eine sinkende Tendenz auf und ging von 7,9 Millionen Quadratmeter im Jahr 2019 auf 7,1 Millionen Quadratmeter im Jahr 2024 kontinuierlich zurück, unterbrochen lediglich durch einen Ausreißer im Jahr 2021.

Holzenergie unverzichtbar

„Holzenergie ist kein Konkurrent der stofflichen Nutzung, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil einer ganzheitlichen Holzverwendung“, sagt Marlene Mortler, Vorsitzende des Fachverbands Holzenergie (FVH) im Bundesverband Bioenergie. „Die rückläufigen Zahlen der stofflichen Verwertung minderwertiger Holzsortimente zeigen eindrücklich, dass hier eine Phantomdebatte geführt wird und es kein generelles Versorgungsproblem mit Holz gibt.“ Zudem hätten ordnungsrechtliche Einschränkungen der energetischen Holznutzung negative Konsequenzen für Wirtschaft und Umwelt: Zwei Drittel der erneuerbaren Wärme in Deutschland basieren auf Holz; Holzenergie spart jährlich mehr als 34 Millionen Tonnen CO2 ein und ersetzt zudem Öl- und Gasimporte im Wert von mehr als 5 Milliarden Euro pro Jahr. „Das ist ein immens wichtiger Beitrag zur Versorgungssicherheit, den Klimaschutzzielen und heimischer Wertschöpfung“, so Mortler.

AGDW-Präsident Andreas Bitter ergänzt: „Regelmäßige Waldpflege ist die Voraussetzung für stabile, klimaresiliente Wälder. Bei diesen Pflegemaßnahmen fällt in aller Regel Holz an, das häufig nur energetisch genutzt werden kann. Die Vermarktung solcher Brennholzsortimente ist unverzichtbar, um mit den Erlösen die Waldpflege und den klimaangepassten Waldumbau zu finanzieren.“

Das Papier „Funktionierende Nutzungsketten und Holzmärkte erhalten ⎼ Für eine realistische Bewertung von Kapazitäten“ steht unter diesem Link zum Download bereit.

Kürzlich hatte die Bundesregierung den Referentenentwurf für die EEG-Novelle vorgelegt.

Quelle: Fachverband Holzenergie | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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