Sunfire baut SOEC-Testanlage in Schwarzheide

Vier Personen mit weißen Schutzhelmen und neongelben Warnwesten beim Spatenstich für die SOEC-Testanlage im Industriepark Lausitz in Schwarzheide.Foto: BASF InfraService & Solutions Lausitz GmbH
Spatenstich für die SOEC-Testanlage von Sunfire im Industriepark Lausitz in Schwarzheide. Von links: Anne Francken, Jürgen Fuchs, Nils Aldag und Christian von Olshausen.
Die Sunfire SE hat mit dem Bau einer SOEC-Testanlage in Schwarzheide begonnen. Das Unternehmen will dort seine neue Generation von Hochtemperatur-Elektrolyseuren unter industriellen Bedingungen langfristig erproben und für großskalige Anwendungen validieren.

Sunfire und der Industriepark Lausitz haben nun den Spatenstich für die Testanlage in Schwarzheide gesetzt. Das Dresdener Unternehmen will dort seine bislang leistungsstärkste SOEC-Produktgeneration testen. Die Anlage soll Erkenntnisse für die Skalierung und die ersten kommerziellen Anwendungen der Technologie liefern. Angaben zur Leistung der Anlage, zur geplanten Inbetriebnahme und zur Investitionssumme macht das Unternehmen in der Mitteilung nicht.

SOEC-Testanlage in Schwarzheide nutzt industrielle Abwärme

Bei der Festoxid-Elektrolyse (Solid Oxide Electrolysis Cell, SOEC) wird Wasserdampf bei hohen Temperaturen elektrolytisch in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Die Technologie kann verfügbare Abwärme einsetzen und dadurch den Strombedarf der Wasserstoffproduktion reduzieren.

Für die neue Produktgeneration Gen 3 der HyLink-SOEC-Elektrolyseure nennt Sunfire einen erwarteten Wirkungsgrad von bis zu 89 Prozent LHV, AC. Im EU-geförderten Projekt GrInHy2.0 sei 2022 bereits ein Wirkungsgrad von 84 Prozent LHV, AC nachgewiesen worden.

„Durch die Nutzung verfügbarer Abwärme kann die Hochtemperatur-Elektrolyse die Gestehungskosten für grünen Wasserstoff und Synthesegas deutlich senken”, sagt Sunfire-CTO Christian von Olshausen. Mit den Langzeittests unter Industriebedingungen wolle das Unternehmen zusätzliche Erkenntnisse für die Skalierung gewinnen.

Entwicklung aus H2Giga wird industriell validiert

Die in Schwarzheide eingesetzte SOEC-Technologie wurde im Wasserstoff-Leitprojekt H2Giga weiterentwickelt, konkret im Teilprojekt HTEL MODULE. Gefördert wird das Leitprojekt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).

Die Testanlage baut auf diesen Forschungsergebnissen auf und soll die Technologie unter realen Einsatzbedingungen langfristig validieren. Die Langzeitvalidierung soll die technologische Reife der SOEC-Elektrolyseure für großskalige Anwendungen absichern. Sunfire sieht darin zugleich einen der letzten Schritte vor ersten kommerziellen Anwendungen der Technologie. Die Europäische Investitionsbank kofinanziert nach Angaben der Beteiligten die Entwicklung und Industrialisierung der SOEC-Elektrolyseure mit einem Darlehen.

Industriepark stellt Infrastruktur für Langzeittests bereit

Betreiber des Industrieparks Lausitz ist die BASF InfraService & Solutions Lausitz GmbH. Nach Angaben ihres Geschäftsführungsvorsitzenden Jürgen Fuchs konnten die Beteiligten die Voraussetzungen für den Netzanschluss der Anlage kurzfristig schaffen. Sunfire erhält damit ein industrielles Umfeld für die Langzeitvalidierung der Elektrolyseure unter realen Einsatzbedingungen. Für den Industriepark Lausitz ist das Projekt zugleich ein Beleg für die Standortattraktivität im Zukunftsfeld Wasserstoff.

Quelle: Sunfire SE | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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