Vernetzte Steuerungssysteme: BSI fordert gesicherte Zugänge

Computergrafik zur Illustration von Cybersicherheit.Grafik: TenPixels / stock.adobe
Das BSI empfiehlt, vernetzte Steuerungssysteme vor direkten Internetzugriffen zu schützen. Die Warnung betrifft auch kleine Stromerzeugungsanlagen.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt Betreibern kleiner Anlagen konkrete Maßnahmen gegen Cyberangriffe. Die Hinweise für vernetzte Steuerungssysteme betreffen auch die Stromerzeugung.

Das BSI fordert Betreiber auf, den direkten Internetzugriff auf vernetzte Steuerungssysteme zu unterbinden. In seiner Mitteilung vom 13. Oktober 2026 nennt das Bundesamt insbesondere kleine industrielle und vergleichbare Anlagen als Zielgruppe. Dazu gehören Anlagen zur Stromerzeugung sowie zur Kühlung von Lebensmitteln. Internetseitig erreichbare Steuerungsanlagen sollen Betreiber nach dem Stand der Technik absichern.

BSI-Präsidentin Claudia Plattner verweist auf Vorfälle in Frankreich. Dort manipulierten Unbekannte in der Nacht zum 12. Oktober laut AFP die Kühlanlagen Hunderter Supermärkte. Die Anlagen liefen über längere Zeit im Abtaubetrieb. Betroffene Geschäfte mussten anschließend gekühlte und tiefgefrorene Lebensmittel entsorgen.

Das BSI hat eine Cybersicherheitsempfehlung veröffentlicht, die technische Schutzmaßnahmen beschreibt. Nach Einschätzung der Behörde können Betreiber das Risiko erfolgreicher Angriffe mit leicht umsetzbaren Maßnahmen erheblich reduzieren.

Vernetzte Steuerungssysteme vor direktem Zugriff schützen

Betreiber sollen prüfen, ob ihre Geräte oder Anlagen über das Internet erreichbar und dadurch exponiert sind. Für solche Systeme fordert das BSI konkrete Gegenmaßnahmen. An erster Stelle steht dabei, den direkten Zugriff aus dem Internet zu unterbinden. Zur Absicherung nennt die Behörde VPN-Systeme und Zugriffe mit Multifaktorschutz. Ein VPN (Virtual Private Network) stellt eine verschlüsselte Verbindung über das Internet her, etwa für den Fernzugriff auf das interne Anlagennetz.

Multifaktor-Authentisierung verlangt mindestens zwei unterschiedliche Nachweise, beispielsweise ein Passwort und einen Sicherheitsschlüssel. Ein gestohlenes Passwort allein reicht dann nicht zur Anmeldung. Beide Maßnahmen ergänzen sich: Das VPN schützt den Verbindungsweg, die Multifaktor-Authentisierung sichert die Anmeldung zusätzlich ab.

Sicherheitsupdates kurzfristig einspielen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem aktuellen Stand der eingesetzten Systeme. Das BSI empfiehlt, Sicherheitsupdates und Fehlerkorrekturen kurzfristig einzuspielen. Die Prüfung der Erreichbarkeit und die Schutzmaßnahmen sollen nach Auffassung der Behörde zur betrieblichen Routine gehören.

Plattner warnt angesichts der Vorfälle in Frankreich vor möglichen Nachahmern: „Dieser Angriff hätte jedes Land treffen können und kann auch jetzt jederzeit Nachahmer finden.“ Ungeschützte Einfallstore könnten nach ihrer Einschätzung zu Sabotage einladen.

Schutzbedarf auch bei kleinen Stromerzeugungsanlagen

Das BSI bezieht Anlagen zur Stromerzeugung ausdrücklich in seine Warnung ein. Damit betrifft die Empfehlung auch die Absicherung vernetzter Steuerungen kleiner Erzeugungsanlagen. Konkrete Erzeugungstechnologien nennt die Behörde in ihrer Pressemitteilung nicht. Entscheidend für den beschriebenen Handlungsbedarf ist insbesondere, ob Steuerungen direkt aus dem Internet erreichbar sind.

Quelle: Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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