Bundesregierung: Bedarf an Energiepflanzen wird steigen
Foto: Oliver RistauDie Bundesregierung erwartet, dass wachsende Nachfrage den Bedarf an Energiepflanzen in Deutschland erhöhen wird. Eine konkrete Abschätzung über zu erwartende Volumina und Anbauflächen wollte sie in einer Antwort auf eine kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der “Linken” nicht geben.
2025 betrug die Anbaufläche für Pflanzen zur Erzeugung von Bioenergie in Deutschland gut zwei Millionen (Mio.) Hektar (ha). Die Angaben beruhen auf Schätzungen der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR). Den größten Anteil beanspruchten Biogas und Biomethan mit 1,2 Mio. ha.
Mais rückläufig – hohe Rapsimporte
Volumenmäßig bedeutendste Energiepflanze in Deutschland ist der Mais. Die Anbaufläche ist allerdings rückläufig. Seit 2019 hat sie sich von 1,03 Mio. ha auf 0,66 Mio. ha. reduziert. Für nicht näher spezifiziertes Getreide waren 0,165 Mio. ha im Einsatz. 2019 war es mit 0,33 Mio. ha noch doppelt so viel gewesen. Grassilagen kamen auf konstante 0,24 Mio. ha. Der Anteil von Zuckerrüben ist mit 15.500 (2019: 27.700) ha stark rückläufig. Die Anbaufläche für Silphie betrug 2025 11.000 ha.
Wichtigste heimische Energiepflanze für Biokraftstoffe ist der Raps. Die Anbaufläche betrug nach FNR-Schätzungen 0,57 (2019: 0,52) Mio. ha. Dahinter rangieren Weizen, Roggen, sonstiges Futtergetreide, Körnermais und Zuckerrüben. Auffällig die Zunahme von Weizen für die Bioethanolproduktion von 74.000 auf 148.000 ha. Insgesamt beanspruchten Energiepflanzen für Kraftstoffe 0,82 Mio. ha Anbaufläche. Außerdem importiert Deutschland mehr als das doppelte der Inlandsproduktion an Rapssaat für die hiesische Biodieselherstellung.
Die Bundesregierung begründete ihre fehlende konkrete Prognose über notwendige Anbauflächen für Energiepflanzen damit, dass Annahmen für die künftige Entwicklung der Nachfrage mit großen Unsicherheiten behaftet seien. Es se davon auszugehen, dass zusätzlich zur steigenden Nachfrage im Industriesektor und im Verkehr sowohl aufgrund der „Bio-Treppe“ als auch aufgrund der geplanten Einführung einer Grüngas-/Grünheizölquote die Nachfrage nach biogenen Brennstoffen kontinuierlich steigen wird. Die Regierung erwartet aber, dass diese Nachfrage auch gedeckt werden könne. In welchem Umfang die Produktionskapazitäten für biogene Brennstoffe in Deutschland und im Ausland steigen werden, sei nachfrageseitig von der Entwicklung des Heizungsmarkts beeinflusst.
Ebenfalls vage blieb die Regierung bei ihrer Antwort auf die Frage nach dem erwarteteten Bedarf an Biomasse zur Wärmegewinnung. In der Antwort verwies sie ebenfalls darauf, dass das von der konkreten Entwicklung des Heizungsmarkt abhänge.
Quelle: Bundesregierung | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH