10 Gigawatt Windenergie-Leistung in NRW installiert

Rotorblatt und Gondel an einem Kran, der Windenergieausbau in NRW hat 10 Gigawatt Leistung erreicht.Foto: TimSiegert-batcam / stock.adobe.com
Wenn der politische Wille auf Bundesebene vorhanden ist, kann Deutschland in beeindruckendem Tempo bei der Energieversorgung unabhängig von anderen Ländern werden.
Der Windenergie-Ausbau in NRW schreitet voran. Nun wurde die Marke von zehn Gigawatt installierter Windleistung erreicht. Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) begrüßt die Fortschritte, fordert aber verlässliche politische Rahmenbedingungen für den weiteren Ausbau.

Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hat einen wichtigen Meilenstein beim Ausbau der Windenergie erreicht. Die installierte Windenergieleistung im Land liegt nun bei zehn Gigawatt. Bald wird auch die Marke von 1.000 Megawatt neu installierte Leistung in 2026 überschritten sein. Das war innerhalb eines Jahres erstmalig 2025 gelungen. „10 Gigawatt Windenergie in Nordrhein-Westfalen sind Ergebnis einer gemeinsamen Kraftanstrengung – von Land, Kommunen, Unternehmen, Genehmigungsbehörden, Planungsbüros, Landwirten und den Menschen vor Ort. Windenergieanlagen sorgen für planbare Stromkosten für unsere Industrie, machen uns unabhängiger von Importen und bringen Geld in die Gemeindekassen. Wir machen weiter Tempo für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung in NRW und setzen uns beim Bund für einen konsequenten Ausbau von Netzen und Speichern ein“, sagt NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur.

Für den Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) ist der erreichte Meilenstein ein Beleg dafür, dass der Windenergie-Ausbau vorankommt, wenn die verantwortlichen Akteure an einem Strang ziehen. „Die zehn Gigawatt sind ein starkes Signal: Unser Engagement wirkt. Die Branche investiert, die Landesregierung hat gemeinsam mit den Kommunen in den vergangenen Jahren gute Voraussetzungen für den Windenergieausbau geschaffen und wichtige Impulse gesetzt. Doch wir dürfen uns auf dem Erreichten nicht ausruhen. Wir brauchen weiterhin Tempo beim Ausbau und verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen, damit die Windenergie als zentraler Baustein für den Industriestandort NRW und die Energieversorgung der Bürgerinnen und Bürger Nordrhein-Westfalens dienen kann“, sagt Christian Vossler, Geschäftsführer des LEE NRW.

Windenergie-Ausbau stärkt Wirtschaftsstandort NRW

Gerade für Nordrhein-Westfalen als Deutschlands energieintensivstem Industriebundesland ist der weitere Windenergie-Ausbau nach Ansicht des LEE NRW entscheidend, um Unternehmen langfristig mit wettbewerbsfähigem erneuerbarem Strom zu versorgen. Der Verband begrüßt das Engagement der Landesregierung für den Ausbau der Windenergie, der im bestehenden Koalitionsvertrag festgeschrieben ist. Gleichzeitig mahnt der LEE NRW hinsichtlich des geplanten Windenergieflächenbedarfsgesetzes NRW an, dass das neu eingeführte Teilflächenziel für 2027 nicht zu einer kurzzeitigen Verzögerung des Flächenangebots führen dürfe. Für eine Planüberarbeitung sollte weiterhin die Flächenkulisse des 2032er Ziels gelten. Zudem gelte es, durch ein effektives Monitoring der ausgewiesenen Windenergiegebiete regelmäßig die tatsächliche Nutzbarkeit der ausgewiesenen Flächen sicherzustellen.

Verlässliche Investitionsbedingungen gefordert

Damit die positive Entwicklung in NRW anhält, müsse man laut LEE NRW die politischen Bemühungen im Bund fortsetzen. Mit den anstehenden Bundestagsentscheidungen über die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und das Netzpaket stehen wichtige Weichenstellungen an. Der LEE NRW setzt darauf, dass die Landesregierung sich auch weiterhin gegenüber dem Bund für stabile Rahmenbedingungen beim Ausbau der Windenergie einsetzt. Dazu gehören laut Verband ein verlässlicher Marktwertkorridor, bessere Möglichkeiten zur direkten Belieferung der Industrie mit erneuerbarem Strom sowie eine Korrektur der geplanten Einstufung des Landkreises Borken als Küstenregion. Beim Netzanschluss gilt es, die Netzbetreiber stärker in die Verantwortung zu nehmen und Belastungen nicht einseitig auf die Anlagenbetreiber zu verlagern. „Bis heute hat das Bundeswirtschaftsministerium die Gelegenheit verpasst, den Netzausbau merklich zu beschleunigen, zu flexibilisieren und zu digitalisieren“, sagt Vossler.

Derzeit sind in NRW rund 13.500 Megawatt, deutlich mehr als die aktuell installierte Windleistung genehmigt und können perspektivisch ebenfalls an das Netz angeschlossen werden. Für den LEE NRW zeigt das: Wenn der politische Wille auf Bundesebene vorhanden ist, kann Deutschland in beeindruckendem Tempo bei der Energieversorgung unabhängig von anderen Ländern werden und so endlich die Strompreise wieder senken.

Quelle: LEE NRW | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Schließen