Atomenergie und CCS als Ersatz für erneuerbare Energien?

Ein Atomkraftwerk hinter Häusern, das BMWE will in Europa Atomkraft und CCS als Ersatz für erneuerbare Energien anerkennen.Foto: W.Stevens / stock.adobe.com
Das BMWE will anscheinend, dass Atomkraftwerke und fossile Kraftwerke mit CCS erneuerbare Energien ersetzen.
Der Bundesverband Erneuerbare Energie befürchtet, dass die EU-Ausbauziele für erneuerbare Energien ausgehebelt werden. Denn das Reiche-Ministerium will Kernenergie und CCS als Ersatz für den tatsächlichen Ausbau erneuerbarer Energien anrechnen.

Morgen berät der EU-Energieministerrat über den energiepolitischen Rahmen der EU für die Zeit nach 2030. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) warnt davor, verbindliche Ausbauziele bis 2040 für erneuerbare Energien aufzugeben und stattdessen CO₂-arme Technologien wie Kernenergie oder CCS als gleichwertige Option anzuerkennen, wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) vorschlägt.

„Dekarbonisierung ist für den Klimaschutz ein wichtiges Ziel. Dazu zählt, wie wir unsere Energieversorgung langfristig nachhaltig, sicher und vor allem bezahlbar gestalten. Erneuerbare Energien verringern die Abhängigkeiten von teurem importierten fossilen Gas oder Uran, stärken die heimische Wertschöpfung und bilden die Grundlage für ein zukunftsfähiges Energiesystem“, sagt BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser.

Ein informelles „Non-Paper“ des BMWE zur europäischen Energiepolitik nach 2030 schlägt laut BEE vor, dass Mitgliedstaaten, die in größerem Umfang CO₂-arme Technologien wie Kernenergie oder Abscheidung und Speicherung von CO₂ (CCS) nutzen, diese mit ihren nationalen Beiträgen zum Ausbau erneuerbarer Energien verrechnen können sollen. Damit könnten Mitgliedstaaten Atomkraftwerke oder fossile Kraftwerke mit CCS als Ersatz für den tatsächlichen Ausbau erneuerbarer Energien geltend machen.

„Es darf beim Erneuerbaren-Ziel keinen Etikettenschwindel geben. Die EU braucht ein klares und ambitioniertes Erneuerbaren-Ziel bis 2040. Zur Sicherung von industrieller Wertschöpfung und Unabhängigkeit des Standortes sind konsequente Investitionen in den Ausbau heimischer und günstiger Erneuerbarer notwendig”, so Heinen-Esser.

Der BEE befürchtet, dass die Vorschläge des BMWE verbindliche Ausbauziele für erneuerbare Energien aushebeln würden. Der Verband fordert die Bundesregierung auf, sich stattdessen auf europäischer Ebene für klare, verbindliche und ambitionierte Ausbauziele für erneuerbare Energien einzusetzen. Deshalb hat der BEE die europaweite Initiative „Keep the Target” unterzeichnet, die fordert, ein verbindliches EU-weites Ziel für erneuerbare Energien für 2040 beizubehalten.

Quelle: BEE | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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