iKWK-System in Lemgo: Netzwerk „Innovative und grüne Fernwärme Norddeutschland“ informiert sich vor Ort

Besichtigung an der iKWK-SOlarthermie-Anlage in Lemgo: Gruppe steht im Kreis am SolarkollektorfeldFoto: Hamburg-Institut
Das Solarheizwerk mit 6,4 MW Leistung ist Teil des iKWK-Systems in Lemgo.
Das im Frühjahr vom Hamburg Institut gegründete Netzwerk „Innovative und grüne Fernwärme Norddeutschland“ hat das iKWK-System in Lemgo besichtigt. Wärmepumpen und Solarthermie sind hier in ein Fernwärmesystem eingebunden.

Nach dem digitalen Auftakt am im März führte das zweite Treffen des Netzwerks „Innovative und grüne Fernwärme Norddeutschland“ die Mitgliedsunternehmen sowie den AGFW als Netzwerkpartner nicht nur persönlich zusammen, sondern auch in die Praxis. Treffpunkt am 8. Juni 2022 war die ostwestfälische Stadt Lemgo. Die dort beheimateten Stadtwerke gaben Einblicke in ihren Anlagenpark.

Im Fokus des Treffens standen die Einbindung von Wärmepumpen ins Fernwärmesystem sowie die technische Einbindung der Wärmequellen. Entsprechend aufschlussreich war die Besichtigung einer Klärwerks-Wärmepumpe mit 2,4 MW thermischer Leistung und einer Blockheizkraftwerk-Wärmepumpe, die Ladeluftkühlung und Kondensationswärme als Wärmequellen nutzt.

Leuchtturmprojekt für innovative Kraft-Wärme-Kopplung

Eine weitere Station war die Solarthermie-Anlage mit einer Wärmeleistung von 6,4 MW. Diese ist ebenfalls in das iKWK-System integriert. Bei dieser „innovativen Kraft-Wärme-Kopplung” koppelt man Strom- und Wärmesektor flexibel und betreibt die Anlagen stromgeführt. Es handelt sich um ein in dieser Form bislang einzigartiges Konzept der Stadtwerke Lemgo. Hier bindet man Solarthermie und Umgebungswärme aus dem Fluss Bega als erneuerbare Wärmequellen in ein Wärmenetz ein. Das Projekt ist dem Hamburg Institut bereits aus dem Projekt SolnetPlus bekannt.

Gefördert vom Bundesumweltministerium, forschen darin der AGFW, das Steinbeis Forschungsinstitut Solites, das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) und das Hamburg Institut zu solaren Wärmenetzen als eine Lösung für den kommunalen Klimaschutz. Zudem lässt sich der Baufortschritt der Solarthermie-Anlage in Lemgo im iKWK-Blog des AGFW quasi in Echtzeit verfolgen.

Viele der rund 20 Teilnehmenden konnten aus der Begehung Anregungen und Impulse mitnehmen. „Solche Vor-Ort-Termine sind immer ein guter Anlass, um die eigenen Gegebenheiten noch einmal genauer zu prüfen und sich mit Lösungsansätzen zu befassen, die bisher eventuell noch gar nicht in Betracht gezogen worden sind“, sagt Henrik Pieper vom Hamburg Institut, welches das Netzwerk „Innovative und grüne Fernwärme Norddeutschland“ im Frühjahr ins Leben gerufen hat.

14.6.2022 | Quelle: Hamburg Institut | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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