Steckersolar: Branche kritisiert Normentwurf der IEC

Weil ein neuer Normentwurf der Internationale Elektrotechnischen Kommission (IEC) die Installation von Steckersolargeräten erschweren würde, wendet sich die Branche gegen den Vorschlag. Der Entwurf für eine internationale technische Norm (IEC 60364‑7‑751) fordere anders als in Deutschland eine teure und aufwändige Installation der Systeme, teilte der Bundesverband Steckersolar mit. Dies soll mittels eigener, separater Zuleitung erfolgen und würde herkömmliche Stecker-Verbindungen wie etwa auf Schutzkontakt-Basis verbieten. Er stehe damit im Gegensatz zum Ziel der deutschen Gesetzgebung, die 2024 energie- und mietrechtliche Hindernisse für Balkonkraftwerke aus dem Weg geräumt hat.
In der Stellungnahme des Bundesverbandes Steckersolar e.V. sowie weiterer Akteure heißt es: “Balkonkraftwerke und integrierte Speicherlösungen schaffen breite Teilhabe an der Energiewende und ermöglichen Haushalten aller Einkommensklassen einen niedrigschwelligen Zugang zu erneuerbarer Energieerzeugung. Zudem tragen ergänzende Speichersysteme dazu bei, Stromüberschüsse zu reduzieren und die Stabilität lokaler Stromnetze abzusichern.
Wir begrüßen es ausdrücklich, dass die Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE im VDE) sich als deutsche Normungsorganisation in der IEC konsequent für eine verbraucherfreundliche Lösung und die Zulassung von üblichen Steckverbindungen eingesetzt hat.”
IEC-Norm: keine unmittelbare Gültigkeit
IEC-Normen haben keine unmittelbare Gültigkeit für den deutschen Markt, finden jedoch über Harmonisierung Einzug in deutsche Normen des VDE (insbesondere DIN VDE 0100-751). Bei der Überarbeitung der nationalen Normen durch die DKE sollte aber das erfolgreiche Modell der Plug‑and‑Play‑Lösungen für Balkon PV und Speicher uneingeschränkt erhalten bleiben, fordern die Unterzeichner. “Da die VDE 0126-95 zukünftig die Einspeisung über Schutzkontakt-Steckverbindungen für Steckersolargeräte erlauben und regeln wird, unterstützen wir die Zulassung dieser Anschlussart auch für steckerfertige Speichersysteme mit einer Leistung bis zu 800W (VA).”
Die Unternehmen setzen sich im Rahmen der aktuellen DKE/VDE‑Normenrevision dafür ein, PV- oder Speicher‑Systemen mit einer Wechselstromleistung von bis zu 800 Watt (VA) zum Anschluss an Verbraucherstromkreise zuzulassen. Voraussetzung seien Sicherheit und Netzverträglichkeit. Außerdem fordern sie die Erlaubnis zur Installation von PV- und Speichersystemen bis 800 W (VA) durch Nutzer selbst. Dies solle unter Beibehaltung der Verwendung von Schutzkontakt- Steckverbindungen unter sicheren Bedingungen (etwa nach VDE 0126-95) gelten. Die Branche unterstütze zudem die Gestaltung einer eigenen Produktnorm für steckerfertige Speichersysteme.
Die Branchenunternehmen und Fachorganisationen sehen sich aber auch selber in der Pflicht. So versprechen sie einen konstruktiven Dialog mit den VDE/DKE‑Normungsarbeitsgruppen, insbesondere zur Sicherheitsvalidierung und Feldtestung. Sie würden außerdem die Sicherheitsaufklärung und Öffentlichkeitsarbeit zur Förderung erneuerbarer Energien unterstützen. Ein weiterer Punkt sei die Zusammenarbeit mit Zertifizierungs- und Prüfstellen zur stetigen Verbesserung von Produktsicherheit und Markttransparenz.
Quelle: Bundesverband Steckersolar | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH