Meyer Burger: Swift Solar übernimmt Produktionsanlagen für Solarzellen
Foto: Meyer Burger Das kalifornische PV-Unternehmen Swift Solar erwirbt die zentralen Produktionsanlagen für Solarzellen aus den deutschen Fabriken der insolventen Meyer Burger. Wie die Insolvenzverwalter Flöther & Wissing mitteilten, umfasst der Verkauf zum einen die große Solarzellen-Produktionsstraße der „Meyer Burger (Industries) GmbH“ in Bitterfeld-Wolfen. Zum anderen habe der Investor eine neuartige Solarzellen-Fertigungsanlage erworben, die „Meyer Burger (Germany) GmbH“ in Hohenstein-Ernstthal entwickelt hatte. Beide verfügen über eine Produktionskapazität im Gigawatt-Bereich. Zusätzlich hat der Investor eine Reihe von Schutzrechten erworben. Das globale Patentportfolio sei für die Herstellung weiterer Produktionssysteme dieser beiden Typen erforderlich.
Die Gläubigerausschüsse haben dem Verkauf im Vorfeld zugestimmt. Der Kaufvertrag sei bereits vollzogen. Über die Kaufpreise und Details der Verträge haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.
Die 2017 gegründete Swift Solar sei in der Perowskit-Silizium-Tandemtechnologie aktiv. Die Gründer hätten an Universitäten Stanford und MIT studiert, so der Insolvenzverwalter weiter. Das Unternehmen äußerte sich ebenfalls. So freut sich CEO und Mit-Gründer Joel Jean über den Kauf, mit dem das Unternehmen in den USA in die Gigawatt-Produktion aufsteigen will. “Wir bringen einen Silizium-Heterojunction-Maschinenpark , ein tief gehendes IP (intellectual property = geistiges Eigentum) Portfolio mit und ein Weltklasse-Team von Produktionsveteranen, Anlageningenieuren und Siliziumexperten unter der Leitung von Gunter Erfurt und Marcel Koenig”, schreibt er in einnem Unternehmens-Blog. Erfurt war früherer CEO von Meyer Burger und Koenig verantwortlich für Forschung und Entwicklung.
Gigawatt-Produktion in den USA
Jean kündigte ferner an, mit dem Erwerb eine Gigawatt-Produktion in den USA aufbauen zu wollen. “Alles zeigt in die gleiche Richtung: Tax Credits, Tarife, Lieferketten-Reshoring. Die USA brauchen mehr Solar and wir brauchen es hier.”
Eine Fortsetzung der Solarfertigung in Deutschland ist vor dem Hintergrund dieser Aussagen unwahrscheinlich. Die Insolvenzverwalter erklärten dazu, dass sich bei den Gesprächen mit potenziellen Investoren keine Lösung abgezeichnet habe, die eine vollständige Fortführung beider deutschen Standorte ermöglicht hätte.
„Mit dem Verkauf der Produktionsstraße in Bitterfeld-Wolfen ist es gelungen, diese wertvolle Anlage als Ganzes zu erhalten“, sagte Insolvenzverwalter Reinhard Klose. Lucas Flöther, ebenfalls Insolvenzverwalter, ergänzte: „Der Verkauf der beiden Anlagen an einen westlichen Technologiekonzern stellt sicher, dass diese moderne Technologie erhalten und weiterentwickelt werden kann.“
Quelle: Flöther & Wissing / Swift Solar | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH