Towergy: Großwärmepumpe für dicht bebaute Stadtgebiete

Meterhoher Wasserspeicher mit Aluhülle neben einem Rechteckigen Turm der künstlerisch bemalt ist neben einem alten Werft-Schild.KI-Grafik: Towergy
Die Fassade des Klimaturmes auf der Bremer Überseeinsel wird von dem Künstler Johann Büsen gestaltet.
Mit einer eigen entwickelten Luft-Wasser-Großwärmepumpe will das Bremer Startup Towergy Wärme für dicht besiedelte Quartiere liefern. Die Technologie will vor allem regenerativen Strom nutzen.

Die Towergy GmbH hat mit dem “Klimaturm” eine Großwärmepumpe entwickelt, die bis zu 400 Neubau- oder 200 Bestandswohnungen mit erneuerbarer Wärme und Kälte versorgen kann. Das erste dieser kompakten Systeme für dicht bebaute Quartiere und Wohnsiedlungen gehe am 30. Juni auf der Bremer Überseeinsel in Betrieb. Wie das Unternehmen mitteilte, soll es den Klimacampus Bremen sowie umliegende Künstlerateliers mit Wärme versorgen. Weitere Projekte seien geplant. Zum Jahresende wolle das Unternehmen zudem die Serienproduktion in einer firmeneigenen Halle in Bremerhaven aufnehmen.

Der rechteckige Klimaturm besteht aus einer Luft-Wasser-Großwärmepumpe mit vierseitiger Luftansaugung und Abluftführung über die Turmspitze. Die Luftansaugung erfolge ferner über im Turm integrierte Ventilatoren mit Schalldämpfern. Diese sollen die Geräuschemissionen signifikant reduzieren. Die erforderliche Elektrotechnik und Pumpen für den direkten Anschluss an vorhandene Wärmenetze seien standardmäßig integriert. Towergy biete die zum Patent angemeldete vertikale Bauform mit integrierter Heiztechnik anschlussfertig in vier Ausführungen mit einer thermischen Leistung von 0,3 bis 1,5 Megawatt an. Dank des modularen Baukastensystems mit den vorgefertigten Modulen lasse sich der Klimaturm innerhalb weniger Wochen installieren.

Die Höhe variiere je nach Ausführung zwischen 11 und 14 Metern, die Grundfläche zwischen 3,8 x 3,8 und 5,6 x 5,6 Metern. Ob farbig, begrünt oder verspiegelt: Die Fassaden ließen sich individuell gestalten und auch als Werbefläche nutzen. Zwei Wallboxen ließen sich unten am Klimaturm anbringen, um Parkplätze mit Ladestrom zu versorgen. Dabei liege der Schalldruckpegel auch bei der leistungsstärksten Variante in zehn Metern Entfernung unter 35 dB(A). Dies entspreche einem leisen Flüstern.

Hoher Anteil von regenerativem Strom

„Der Klimaturm ist die leiseste und dank seiner einzigartigen Bauweise auch die platzsparendste Großwärmepumpe, die es derzeit in diesem Leistungsbereich gibt“, freut sich Towergy-Geschäftsführer Tobias Werner, der das Unternehmen 2025 zusammen mit Rolf-Peter Strauß, Professor an der Hochschule Bremen, eigens für die Entwicklung, den Bau und den Vertrieb des Klimaturms gegründet hat. Dank seiner integrierten Schalldämpfer und der massiven Wände kann man den Klimaturm sogar nachts in reinen Wohngebieten betreiben.

„Der Klimaturm ist die Lösung für die Wärmewende in verdichtetem Wohnraum und in Quartieren – insbesondere dort, wo Schallproblematik und Platzmangel herrschen“, ergänzt Professor Strauß.

Die Betriebskosten ließen sich auch mit der inhouse entwickelten, selbstlernenden Steuerung reduzieren. Diese Regelung analysiere die Wetterprognosen und die Börsenstrompreise sowie die prognostizierten Wärme- und Kältebedarfe im Quartier sowie die Gebäudecharakteristiken für die kommenden 72 Stunden. Auf dieser Basis optimiere das System den Betriebsfahrplan. Die Wärmepumpe läufe vor allem dann, wenn der Strommix aus regenerativen Quellen erzeugt werde und zugleich besonders günstig sei.

„Die quälende Debatte über das so genannte Heizungsgesetz entstand, weil in Bezug auf Wärmepumpen weder die technische Umsetzbarkeit in dicht besiedelten Städten noch die Bezahlbarkeit der Wärme plausibel erklärt werden konnten. Der Klimaturm liefert Antworten“, erläutert Klaus Meier, geschäftsführender Gesellschafter der Stadt.Energie.Speicher GmbH.

Quelle: Towergy | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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