Windenergie- und Photovoltaik-Projektierer Juwi baut Personal ab

Im Bild Thomas Hüsgen, der 2026 CFO beim Projektierer Juwi-Gruppe wird.Foto: privat
Thomas Hüsgen ist derzeit Finanzvorstand bei Zelestra Deutschland und wird ab Oktober 2026 CFO der Juwi-Gruppe.
Ein verschärfter Wettbewerb, sinkende Zuschlagssätze in Auktionen, steigende Kosten und begrenzte Netzanschlüsse haben den Projektierer Juwi unter Druck gesetzt. Daher stellt sich das Unternehmen neu auf, ändert die Geschäftsführung und baut 280 Stellen ab.

Juwi, Projektierer für Windenergie und Photovoltaik will seine strategische Ausrichtung und seine Organisationsstruktur ändern. Ziel ist es, Effizienzpotenziale zu heben und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. In diesem Zusammenhang soll es auch zu einem Personalabbau und einer Veränderung in der Geschäftsführung kommen. Dabei sollen die Projekt-Pipeline, Zuschläge in den aktuellen Ausschreibungsrunden und eine enge Zusammenarbeit mit dem Mutterkonzern MVV Energie AG die Basis bilden.

Insbesondere verschärfter Wettbewerb, sinkende Zuschlagssätze in Auktionen, steigende Kosten, begrenzte Netzanschlüsse und dadurch sinkende Margen haben in den vergangenen Monaten in der gesamten deutschen Erneuerbaren-Branche zu hohem wirtschaftlichem Druck geführt. „Mit der Restrukturierung schaffen wir die Grundlage für mehr Effizienz, klare Marktfokussierung und nachhaltige Profitabilität“, sagt Juwi-CEO Jost Backhaus.

In diesem Zusammenhang verändert sich auch die Geschäftsführung. Ab Oktober 2026 wird die Geschäftsführung nur noch aus zwei Geschäftsführern bestehen: Dem bisherigen CEO Jost Backhaus und einem neuen CFO Thomas Hüsgen. Geschäftsführer Christian Arnold, verantwortlich für das operative Geschäft der Juwi in Deutschland, wird das Unternehmen zum 30. September verlassen. Geschäftsführer Stephan Hansen, verantwortlich für Juwi International, wird sein Mandat als Geschäftsführer ebenfalls zum 30. September 2026 niederlegen und das Unternehmen zum 30. Juni 2027 verlassen. Bis dahin unterstützt er die Juwi als Senior Adivsor im internationalen Projektgeschäft.

„Uns ist bewusst, dass die Restrukturierung und wirtschaftliche Transformation von Juwi schmerzhafte Entscheidungen mit sich bringen. Wir werden Bereiche und Funktionen grundlegend optimieren und neu aufstellen. Gleichzeitig dimensionieren wir die Größe unseres Geschäfts entsprechend. In der Folge wird es bedauerlicherweise auch notwendig sein, uns von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu trennen“, so Backhaus. Standortübergreifend wird Juwi 280 Stellen in Deutschland abbauen.

Personalabbau beim Projektierer Juwi soll sozialverträglich erfolgen

Die neue Struktur soll ab Oktober in Kraft treten. Die umzusetzenden Maßnahmen wurden in konstruktiven Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretungen, zuständigen Gremien und der Konzernmutter MVV Energie AG entwickelt. „Der Fokus liegt auf sozialverträglichen Lösungen. Juwi setzt vorrangig auf freiwillige Maßnahmen, um den Personalabbau umzusetzen. Betriebsbedingte Kündigungen werden nur dort ausgesprochen, wo dies unvermeidbar ist“, sagt Constanze Schuhmacher im Namen des Juwi-Gesamtbetriebsrats.

Das Unternehmen will neue Wachstumsfelder erschließen. „Parallel treiben wir Geschäftsmodelle wie hybride Angebote weiter voran, das heißt die Kombination von Wind- und PV-Anlagen mit Batteriespeichern“, so der Juwi-CEO. Das Unternehmen konzentriert sich zudem auf große und wachstumsstarke Märkte, um Skaleneffekte zu nutzen und plant gezielt Wachstumspotenzial im Ausland zu nutzen.

Aktuell baut Juwi in Deutschland, Italien, Griechenland, Südafrika und den USA Erneuerbare-Energien-Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1.000 Megawatt. In den letzten beiden Ausschreibungsrunden der Bundesnetzagentur im November und Februar konnte Juwi sich in Deutschland Zuschläge für 64 Windenergie-Anlagen und eine Gesamtleistung von 390 Megawatt sichern. Auch bei der jüngsten PV-Ausschreibung war Juwi erfolgreich.

Quelle: Juwi | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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