ITRPV-Roadmap: TOPCon marktführende Photovoltaik-Technologie

Blick in eine Photovoltaik-Fertigung, die TOPCon-Technologie dominiert laut International Technology Roadmap for Photovoltaics (ITRPV) den Markt.Foto: industrieblick / stock.adobe.com
Die TOPCon-Technologie dominiert den Photovoltaik-Markt. Silizium-Heterojunction (SHJ) sowie Rückkontaktzellen, darunter TOPCon-basierte (TBC) und Heterojunction-basierte Rückkontakttechnologien (HBC), werden voraussichtlich an Marktanteil gewinnen.
Die 17. Ausgabe der International Technology Roadmap for Photovoltaics (ITRPV) zeigt, dass die TOPCon-Technologie marktführend bleibt. LECO und Kantenpassivierung gewinnen an Bedeutung.

Die VDMA Fachabteilung Photovoltaik Produktionsmittel hat die 17. Ausgabe der International Technology Roadmap for Photovoltaics (ITRPV) veröffentlicht. Unterstützt durch Daten von 38 internationalen Experteninstitutionen entlang der gesamten Photovoltaik-Wertschöpfungskette fasst diese Ausgabe zentrale Parameter in zahlreichen Diagrammen zusammen.

Photovoltaik-Modullieferungen nahezu auf Vorjahresniveau

Im Jahr 2025 erreichten die weltweiten Photovoltaik-Modullieferungen rund 706 GW und lagen damit auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr (703 GW). Der kürzlich veröffentlichte Bericht „Global Solar Market Outlook 2026–2030“ geht von einem globalen Photovoltaik-Markt in Höhe von 664 GW für das Jahr 2025 aus.

Nach zwei Jahren mit deutlichen Preisrückgängen stieg der gewichtete durchschnittliche Spotmarktpreis für kristalline Siliziummodule bis Ende 2025 im Vergleich zum Jahresende 2024 um etwa 9 Prozent. Trotz der aktuellen Entwicklung bestätigt die im Bericht dargestellte Lernkurve, die Solarmodul-Preise und kumulierte Liefermengen verknüpft, eine langfristige Preissenkung-Lernrate von rund 26 Prozent im Zeitraum von 1976 bis 2025. Dies verdeutlicht den anhaltenden Einfluss technologischer Fortschritte bei gleichzeitig sich wandelnden Marktdynamiken in der PV-Industrie.

TOPCon-Technologie dominiert

Kristalline Silizium-Photovoltaik dominierte im Jahr 2025 mit etwa 98 Prozent Marktanteil, während Dünnschichttechnologien den verbleibenden Anteil ausmachten. Innerhalb des Siliziumsegments dominieren monokristalline Czochralski-Silizium-(Cz-Si)-Wafer vollständig, wobei etwa 82 Prozent n-Typ-Wafer sind und damit p-Typ-Materialien übertreffen. Waferformate der Größe G12 (210 × 210 mm²) sowie größere und rechteckige Varianten gewinnen voraussichtlich weiter an Marktanteil.

Die TOPCon-Technologie dominiert weiterhin und verdrängt p-Typ-PERC rasch aus dem Markt. Silizium-Heterojunction (SHJ) sowie Rückkontaktzellen, darunter TOPCon-basierte (TBC) und Heterojunction-basierte Rückkontakttechnologien (HBC), werden voraussichtlich an Marktanteil gewinnen. Tandem-Siliziumzellen werden laut Umfrageergebnisse nach 2027 in die Massenproduktion eintreten und innerhalb von zehn Jahren einen zweistelligen Marktanteil erreichen.

Fortschritte in Produktionstechnologie sparen Silber

Wie in den vorangegangenen Ausgaben prognostiziert auch die 17. ITRPV-Ausgabe eine Reduktion beim Einsatz von Polysilizium und Silber. Auf Basis der Umfragedaten und Berechnungen lag der mediane Silberverbrauch im Jahr 2025 bei etwa 10 mg/W für bifaziale TOPCon-Zellen (M10- und G12-Formate) und bei 12,0 mg/W für SHJ-Zellen. Für das kommende Jahrzehnt werden weitere deutliche Reduktionen erwartet – auf 6,3 mg/W für TOPCon und 4,3 mg/W für SHJ. Neben Effizienzsteigerungen gewinnt die Substitution von Silber zunehmend an Bedeutung, parallel zu Fortschritten in der Siebdrucktechnologie mit rekordniedrigen Fingerbreiten. Im Jahr 2025 hat die Photovoltaik nach ITRPV-Berechnungen rund 7.244 Tonnen Silber für Solarmodule benötigt, was etwa 21,4 Prozent der weltweiten Silberförderung entspricht. Dies entspricht einem Rückgang des Silberverbrauchs um etwa 20 Prozent gegenüber 2024.

„Die Reduktion des Materialeinsatzes, insbesondere von Silber, ist entscheidend zur Senkung der Kosten in der PV-Produktion“, sagt Markus Fischer, ITRPV-Steering Committee Chairperson und Vice President R&D Operation bei Hanwha Q Cells GmbH. „Eine effiziente Nutzung aller Materialien in Kombination mit kontinuierlichen Verbesserungen bei Moduleffizienz und Systemlebensdauer, bleibt ein Schlüssel für den nachhaltigen Erfolg der Photovoltaik.“

LECO und Kantenpassivierung sind Schlüsseltechnologien für Effizienzsteigerungen

Die Durchsatzraten von Produktionsanlagen werden im kommenden Jahrzehnt weiter steigen. Laser Enhanced Contact Optimization (LECO) hat sich in der n-Typ-TOPCon-Zellfertigung als Standard etabliert: Kombinationen aus homogenen Emittern und LECO machten 2025 rund 74 Prozent des Marktes aus und sollen bis zum nächsten Jahrzehnt auf etwa 86 Prozent steigen.

Die Kantenpassivierung durch Abscheidung nach der Solarzelltrennung, etwa mittels „Passivated Edge Technology“, gewinnt zunehmend an Bedeutung, da sie maßgeblich zur Effizienzsteigerung von Solarzellen und Modulen beiträgt. „Kantenpassivierung, beispielsweise durch Abscheidungsprozesse wie Passivated Edge Technology, entwickelt sich zu einer Schlüsseltechnologie für Effizienzsteigerungen der nächsten Generation in der Zellfertigung“, sagt Puzant Baliozian, Leiter der VDMA-Fachabteilung Photovoltaik-Produktionsmittel. „Ein weiterer wichtiger Fortschritt ist LECO, wie die Ergebnisse des Berichts zeigen. Insgesamt bleiben kontinuierliche Prozessinnovationen sowie steigende Anlagendurchsätze ohne Qualitätsverluste entscheidend für die Weiterentwicklung der Photovoltaikproduktion. Diese Entwicklungen verfolgen wir jährlich in der ITRPV.“

Entwicklungen auf Solarmodulebene und in der Produktion

Auf Solarmodulebene wird Kupfer als Verbindungstechnologie zwischen Solarzellen und Strings weiterhin den Markt dominieren. Für große Photovoltaik-Freiflächenanlagen ist ein deutlicher Trend hin zu größeren Solarmodul-Formaten erkennbar. Produktionsstätten mit jährlichen Kapazitäten von 5 GW und mehr werden künftig dominieren, während Fabriken unter 1 GW Kapazität voraussichtlich in Nischenanwendungen und regionalen Märkten bestehen bleiben. Die Analyse von Produktionsdaten wird sich im kommenden Jahrzehnt grundlegend verändern, da man zunehmend Datentransparenz und intelligente Assistenzsysteme in Produktionsprozesse integriert und dieses schnellere sowie effizientere Entscheidungen ermöglicht. Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist der verstärkte Einsatz fortschrittlicher Tracking-Technologien, insbesondere der Einzelwafer-Tracking.

Die 17. Ausgabe der International Technology Roadmap for Photovoltaics (ITRPV) kann man unter diesem Link kostenfrei bestellen.

Quelle: VDMA | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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