BSW-Solar: Photovoltaik-Ausbau im ersten Halbjahr 2026 bei 7,4 Gigawatt

Handwerker installieren Solarmodule, der Photovoltaik-Ausbau im ersten Halbjahr 2026 lag laut BSW-Solar bei 7,4 Gigawatt.Foto: anatoliy_gleb / stock.adobe.com
Der Wunsch vieler Haushalte nach mehr Energieunabhängigkeit hat den Photovoltaik-Markt zuletzt befeuert.
Im ersten Halbjahr 2026 hat man in Deutschland rund neun Prozent mehr Solarstromleistung installiert als im Vorjahreszeitraum. Laut Bundesverband Solarwirtschaft beruht das Plus vor allem auf Vorzieheffekten. Geplante Kürzungen der Solarförderung und weitere Marktbarrieren könnten den PV-Ausbau ab 2027 deutlich bremsen.

Nach einem verhaltenen Jahresauftakt stieg die Nachfrage nach Photovoltaik-Anlagen auf Wohngebäuden in Deutschland in den vergangenen Wochen deutlich. Als Ursache für den verstärkten Photovoltaik-Ausbau nennt der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) den gestiegenen Wunsch vieler Haushalte nach mehr Energieunabhängigkeit infolge der Energiekrisen im Zusammenhang mit dem Ukraine- und dem Iran-Krieg. Zusätzlich hätten die angekündigten Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums, die EEG-Förderung für neue PV-Anlagen ab 2027 weitgehend abzuschaffen, in den letzten Wochen zu spürbaren Vorzieheffekten geführt.

Der BSW-Solar bezieht sich auf eine Auswertung des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur. Demnach haben die Deutschen im ersten Halbjahr 2026 rund neun Prozent mehr Photovoltaik-Leistung neu installiert als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Betrug die Installation neuer Solarstromleistung im ersten Halbjahr 2026 rund 7,4 Gigawatt (GW), so waren es im Vorjahreszeitraum zum gleichen Stichtag rund 6,8 GW.

Photovoltaik im ersten Halbjahr 2026 auf gesetzlichem Ausbau-Pfad

Damit bleibt der Ausbau derzeit noch auf Kurs. Nach Einschätzung des BSW-Solar reicht das aktuelle Tempo jedoch nicht aus, um die gesetzlichen Ausbauziele bis 2030 dauerhaft zu erreichen. Dafür müsse der Zubau in allen Marktsegmenten weiter steigen. „Derzeit befinden wir uns zwar noch auf dem gesetzlichen Ausbaupfad. Das ist jedoch vor allem Sondereffekten zu verdanken. Die kommenden Jahre sind kein Selbstläufer“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. „Durch mehr E-Autos, Wärmepumpen, Rechenzentren und Klimaanlagen wird der Strombedarf wachsen. Deshalb darf der Ausbau von Solaranlagen auf Dächern, Fassaden und Freiflächen jetzt nicht ausgebremst werden.“

Der Verband warnt zugleich vor den geplanten Änderungen im Rahmen der EEG-Reform und des sogenannten Netzpakets. Insbesondere die vorgesehene Streichung der EEG-Förderung für neue Photovoltaik-Anlagen, eine Direktvermarktungspflicht für kleinere Gebäude-Solaranlagen sowie der Wegfall von Entschädigungen bei netzbedingten Einspeisebeschränkungen würden nach Einschätzung von Wissenschaft und Branche den Solarausbau deutlich verlangsamen und Investitionen erschweren. Davon wären auch zehntausende Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette betroffen.

„An einem stärkeren Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern führt klima-, energie- und wirtschaftspolitisch kein Weg vorbei“, so Körnig. „Statt Investoren und Verbraucher mit unausgereiften Reformvorschlägen zu verunsichern, braucht Deutschland verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit.“

Derzeit sind in Deutschland mehr als sechs Millionen Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von über 125 Gigawatt installiert. Zusammen mit rund 2,7 Millionen stationären Batteriespeichern decken sie inzwischen etwa ein Fünftel des deutschen Stromverbrauchs. Nach den gesetzlichen Ausbauzielen soll die installierte Solarstromleistung bis 2030 auf 215 Gigawatt steigen.

Dass ein beschleunigter Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern erhebliche volkswirtschaftliche Vorteile bringt, zeigt zudem eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass durch den verstärkten Einsatz von Batteriespeichern Milliardenkosten für Verbraucher, Wirtschaft und öffentliche Haushalte vermieden werden können.

Quelle: BSW-Solar | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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