Reverion erhält Kapital für Brennstoffzellen-Kraftwerke
Foto: ReverionDas bayerische Energie-Startup Reverion hat eine Finanzierung über 175 Millionen Dollar abgeschlossen, mit dem Ziel, Brennstoffzellen-Kraftwerke zu bauen. Wie das Unternehmen mitteilte, geht es darum, Biogas, Erdgas oder Wasserstoff dezentral in Strom umzuwandeln zum Beispiel für Rechenzentren und Industrie.
Die Brennstoffzellentechnologie von Reverion wandele Gas elektrochemisch ohne Verbrennung in Strom um und scheide das im Brennstoff enthaltene CO2 in reiner Form ab. Die Anlage weise im Biogas-Betrieb eine negative CO2-Bilanz. Sie laufe auch rückwärts: Im Elektrolysebetrieb wandele sie überschüssigen Strom in speicherbare Gase um. Mit 74,2 Prozent elektrischem Wirkungsgrad, gemessen im laufenden Kundenbetrieb, halte Reverion zudem den Effizienz-Weltrekord für thermische Kraftwerke. Zum Einsatz kommen Festoxid-Brernnstoffzellen. Die Anlagen sind in Containern untergebracht.
Die Nachfrage nach Reverions Anlagen komme inzwischen nicht mehr überwiegend aus dem landwirtschaftlichen Biogassektor, sondern zunehmend aus der Technologiebranche. Energieintensive Rechenzentren stießen an die Grenzen des öffentlichen Stromnetzes und sorgten für hohe Emissionen. Netzanschlüsse verzögerten sich erheblich, gleichzeitig wachse der lokale Widerstand gegen neue Standorte. Die Anlagen von Reverion erzeugten den benötigten Strom deshalb direkt am Ort des Verbrauchs, aus Biogas oder Erdgas über die örtliche Gasinfrastruktur.
„Schon heute erfahren wir eine extrem hohe internationale Nachfrage nach unseren Brennstoffzellenkraftwerken. Energieversorger und Industriekunden erkennen, dass echte Energiesicherheit steuerbaren, sauberen Strom voraussetzt”, sagt Felix Fischer, COO und Mitgründer von Reverion. „Sieben Anlagen laufen im Feld, die Leistung pro Einheit liegt bei 500 Kilowatt.” Mit dem Kapital will das Unternehmen eine Fabrik mit 250 Megawatt Fertigungskapazität pro Jahr in Deutschland und achthundert Arbeitsplätzen finanzieren.
Zu den Investoren zählen der Klimafonds Kembara, die Allianz und die KfW.
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