Wachsendes Interesse an Hybrid-PPA in Deutschland
Foto: dennisstracke / stock.adobe.comDas US-amerikanische Unternehmen Level Ten Energy erstellt vierteljährlich einen PPA-Preisindex. Er basiert auf tatsächlichen Preisangeboten von Projektentwicklern für Wind- und Solarenergie und neuerdings auch für Hybridprojekte und Bestandsanlagen auf dem PPA-Marktplatz des Unternehmens. PPA-Angebote für in Betrieb befindliche Projekte machen nun fast 40 Prozent aller eigenständigen europäischen Angebote auf der Level-Ten-Energy-Plattform aus. Bei Windkraftangeboten liegt dieser Anteil sogar bei fast 60 Prozent.
Hybrid-PPA-Preisangebote in Deutschland sinken besonders stark
In Deutschland sank der P25-Wert der Hybrid-Preisangebote in diesem Quartal um 12,7 Prozent auf 65,50 €/MWh – der stärkste Rückgang unter allen Märkten im Level-Ten-Hybrid-Index. Angesichts sinkender Batteriekosten und der Tatsache, dass Marktteilnehmer neue Hybrid-Vertragsstrukturen zunehmend als finanzierbar und handelbar anerkennen, haben sich Hybrid-PPA laut Level Ten zu einem wirkungsvollen Instrument zur Absicherung gegen volatile Strompreise entwickelt.
„Die Argumente für Hybrid-Stromabnahmeverträge in Deutschland sind überzeugend. Das Land benötigt nach wie vor einen massiven Ausbau der Solarenergie, um seine Ziele für erneuerbare Energien bis 2030 zu erreichen. Angesichts der hohen Anzahl an Stunden mit negativen Strompreisen und des rasanten Ausbaus der Photovoltaik wird die Finanzierung von eigenständigen Solaranlagen jedoch immer schwieriger“, sagt Pieter van der Meulen, Country Manager Germany bei Level Ten Energy. Durch die Kombination mit Speicherkapazitäten können Projektentwickler die Stromerzeugung in die abendliche Nachfragespitze verlagern. Abnehmer des EE-Stroms erhalten ein besser planbares Produkt mit einem geglätteten Erzeugungsprofil. „Die historisch niedrigen Gasvorräte unterstreichen die Dringlichkeit dieser Hybridisierungsbemühungen“, so van der Meulen. „Jede Megawattstunde Solarstrom, die abends über Batteriespeicher bereitgestellt wird, ist eine Megawattstunde weniger, die auf Gas angewiesen ist.“
Plácido Ostos, Director of European Analytics bei Level Ten Energy ergänzt: „Betriebsbereite Anlagen senken naturgemäß das Risiko und sind im Vergleich zu Neubauprojekten mit weniger Entwicklungshindernissen und Genehmigungsverzögerungen verbunden. Aus diesen Gründen stellen sie im Vergleich zu neuer grüner Energieinfrastruktur in der Regel einen schnelleren und oft kostengünstigeren Weg zur Stromversorgung dar.“
Der PPA-Preisindex von Level Ten Energy ist unter diesem Link zu finden.
Der Solarserver berichtet regelmässig über neue Hybrid-PPA-Abschlüsse. Zuletzt von Anlagen von Wattmanufactur, Maxsolar und Sunovis.
Quelle: Level Ten Energy | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH