GreenSketch: KI-Plattform für die Photovoltaik-Branche startet in Deutschland
Grafik: GreenSketch GreenSketch, die KI-gestützte Plattform des australischen Solardistributors OSW Group, ist nun auch in Deutschland verfügbar. Zum Marktstart präsentiert das Unternehmen den „German Rooftop Valuation Report“. Diese Analyse hat alle 28 Millionen Eigenheim-Dächer in Deutschland individuell per künstlicher Intelligenz (KI) bewertet. Das Ergebnis: Ein ungenutztes Strom-Einsparpotenzial von landesweit 45 Milliarden Euro jährlich. Die Veröffentlichung des Reports erfolgte zum Auftakt der Intersolar Europe.
GreenSketch eine kostenlose End-to-End-Plattform für die Solarbranche, die Dachanalyse, Anlagendesign, Neukundengewinnung und Angebotserstellung in einem System vereint. Im Zentrum steht Emily, der KI-Agent der Plattform: Wo Photovoltaik-Installateure heute mit bis zu fünf verschiedenen Tools arbeiten, Angebote tagelang auf sich warten lassen und Leads verloren gehen, weil Prozesse zu langsam sind, ersetzt Emily den gesamten Workflow. Nun dauert es von der Dachanalyse über das Anlagendesign bis zum fertigen Angebot nur noch wenige Minuten. Eigenheimbesitzer:innen können ihr Einsparpotenzial über Emilys öffentliche Oberfläche selbst in 60 Sekunden berechnen. Anschließend landen sie damit direkt als qualifizierter Lead beim passenden Installateur.
Der Report: Zentrale Ergebnisse im Überblick
Der „German Rooftop Valuation Report“ hat mithilfe von künstlicher Intelligenz über 28 Millionen Wohngebäude in allen 401 Landkreisen und kreisfreien Städten individuell analysiert. Trotz eines Gesamtpotenzials von 45,43 Milliarden Euro jährlicher Stromkostenersparnis verfügen bislang nur 4,1 Millionen deutsche Eigenheime über eine Solaranlage.
Der durchschnittliche deutsche Haushalt könnte jährlich rund 1.620 Euro an Stromkosten einsparen — bei einer durchschnittlichen Investition von 12.167 Euro und einer Amortisationszeit von ungefähr 8,44 Jahren. Nach 20 Jahren ergeben sich im Durchschnitt Renditen von 19.030 Euro pro Haushalt. Die durchschnittliche Kapitalrendite (IRR) liegt bei 11,5 Prozent. Hochgerechnet auf alle analysierten Dächer beläuft sich die geschätzte Gesamtrendite nach 20 Jahren auf 533,7 Milliarden Euro. Alle Berechnungen basieren auf einer optimierten Solar- und Batteriekonfiguration (10,34 kW PV + 9,6 kWh Batterie) und berücksichtigen keine staatlichen Förderungen.
Klares Nord-Süd-Gefälle
Die Studie zeigt ein ausgeprägtes regionales Leistungsgefälle. Bayern führt in allen fünf Kennzahlen: Mit durchschnittlich 1.696 Euro jährlicher Ersparnis, einer Amortisationszeit von 8 Jahren und einer 20-Jahres-Rendite von 20.504 Euro pro Haushalt. Berlin bildet in allen Kategorien das Schlusslicht mit 1.388 Euro jährlicher Ersparnis, 10 Jahren Amortisation und einer 20-Jahres-Rendite von 14.555 Euro — fast 6.000 Euro weniger als in Bayern. Dies liegt vor allem an der Fläche Bayerns im Vergleich zur dichten Besiedlung Berlins. Dennoch weisen auch die schwächsten Standorte positive Renditen auf. Solarenergie lohnt sich laut der Studie in ganz Deutschland.
Die leistungsstärksten Landkreise konzentrieren sich im Allgäu und in Oberbayern. Kempten (Allgäu) erzielt mit 21.719 Euro die höchste 20-Jahres-Rendite aller deutschen Landkreise. Die schwächsten Ergebnisse finden sich in den nördlichen Küstenregionen und Stadtstaaten.
Der Report wird zu einem Zeitpunkt veröffentlicht, an dem der deutsche Solarmarkt unter erheblichem Druck steht. Die Installation privater Dachanlagen ging im ersten Quartal 2026 um 21 Prozent zurück (BSW Solar), obwohl Deutschland seinen Ausbau massiv beschleunigen muss, um das 215-GW-Ziel bis 2030 zu erreichen. Gleichzeitig sieht der Entwurf des EEG 2027 vor, die feste Einspeisevergütung für Neuanlagen unter 25 kW abzuschaffen und die Einspeisung kleinerer Anlagen auf 50 Prozent der installierten Leistung zu begrenzen, was Batteriespeicher de facto zur Voraussetzung für eine wirtschaftliche Nutzung macht.
„Gerade weil sich die Rahmenbedingungen ändern, brauchen Eigenheimbesitzer und Installateure verlässliche Daten darüber, was ein Dach tatsächlich wert ist“, sagt Christian Seidemann, Lead CSM DACH bei GreenSketch. „Dieser Report liefert erstmals eine adressgenaue Bewertung für ganz Deutschland und zeigt, dass sich ein Solardach auch ohne Förderung lohnt.“
Was die Studie methodisch besonders macht
Im Gegensatz zu simulationsbasierten Studien hat die KI des Reports — Emily, der KI-Agent von GreenSketch — jedes der 28 Millionen Dächer einzeln analysiert. Die Methodik basiert auf Satellitenbildern, KI-gestützter 3D-Gebäuderekonstruktion und Geographischen Informationssystemen (GIS) — digitalen Karten- und Gebäudedaten, die Dachneigung, Ausrichtung und Verschattung jedes einzelnen Gebäudes erfassen. Dabei werden mehr als 87 Prozent der Gebäude aus 2D-Bildern originalgetreu als 3D-Modelle rekonstruiert. Das ermöglicht adressgenaue Ergebnisse statt statistischer Hochrechnungen und gibt jedem Landkreis in Deutschland eine konkrete Bewertung.
GreenSketch ist auf der Intersolar Europe 2026 am Stand A3520 vertreten.
Auch die Photovoltaik-Planungssoftware des US-amerikanischen Anbieters Aurora arbeitet mit KI. Die Stadtwerke München und Qcells nutzen die Photovoltaik-Software.
Quelle: GreenSketch | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH