Bericht zum VAE-Konsens: Erneuerbare Energien müssen bis 2030 an Fahrt gewinnen
Foto: IrenaAnlässlich der COP28-Weltklimakonferenz in Dubai im Jahr 2023 hat sich die Weltgemeinschaft mit dem UAE Consensus (VAE-Konsens) auf einen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen geeinigt. Deutschland gehört zu den Ländern, die bereits einen Ausstiegsplan vorgelegt haben. Die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (Irena) soll den Prozess überwachen. Während der Climate Week NYC hat die Agentur gemeinsam mit der Türkei als Vorsitz der COP31 und der Global Renewables Alliance (GRA) eine dritte Bestandsaufnahme veröffentlicht. Der Bericht „Delivering on the UAE Consensus: Tracking progress toward tripling renewable energy capacity and doubling energy efficiency by 2030“ weist eine installierte Leistung aus erneuerbaren Energien von insgesamt 5,15 Terawatt (TW) zum Ende des Jahres 2025 aus.
Um das Ziel für 2030 von 11,2 TW zureichen, muss sich die installierte Leistung mehr als verdoppeln. Dafür reicht auch der Rekordzuwachs von 693 Gigawatt (GW) erneuerbarer Energieleistung im Jahr 2025 nicht aus Das jährliche Wachstum der erneuerbaren Energien muss zwischen 2026 und 2030 auf durchschnittlich 1.200 GW ansteigen. „Jahr für Jahr werden mit der Beschleunigung der Energiewende im Bereich der erneuerbaren Energien Rekorde gebrochen. Wir müssen jedoch noch weiter und schneller voranschreiten“, sagt António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen. Engpässe müsse man beseitigen und Investitionen in Entwicklungsländer lenken, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen endgültig zu überwinden.
Wie groß der Zubau an erneuerbaren Energien im Jahr 2025 global gesehen war, darüber gibt es unterschiedliche Daten. So geht IEA PVPS allein von 690 GW neuer Photovoltiak-Leistung aus. Der Weltwindenergierat GWEC hat für 2025 gut 160 GW an neuer Windenergieleistung gezählt. Somit könnte der Gesamtzubau deutlich höher gewesen sein, als Irena annimmt.
Photovoltaik und Windenergie mit Batteriespeichern kombinieren
Neben anhaltenden Engpässen hinsichtlich Investitionen, Netzausbau und Elektrifizierung hebt der Bericht Chancen und Fortschritte hervor. Gleichzeitig fordern die Autor:innen die politischen Entscheidungsträger nachdrücklich auf, im Vorfeld der UN-Klimakonferenz COP31 in Antalya, Türkei, entschlossener zu handeln. Sie fordern:
- Netzausbau intensivieren: In den Jahren 2026 bis 2030 sind Investitionen in Höhe von jährlich fast 1 Billion US-Dollar nötig – mehr als doppelt so viel wie im Jahr 2025.
- Einsatz effizienter elektrischer Technologien: mehr Batterien, Speicherkapazitäten und Flexibilität, um den steigenden Bedarf zuverlässig zu decken.
- Ausbau rund um die Uhr verfügbarer erneuerbarer Energien: Kombination von Photovoltaik-, Windenergie- und Speichertechnologien, um eine stabile, kostengünstige und rund um die Uhr verfügbare Stromversorgung sicherzustellen.
- Nutzung künstlicher Intelligenz (KI): Einsatz von Digitalisierung und KI, um den steigenden Bedarf mit einer Versorgung mit sauberem Strom und einem intelligenteren Anlagenbetrieb in Einklang zu bringen.
„Erneuerbare Energien können die Lücke bis 2030 noch schließen, doch die Energieeffizienz hinkt hinterher, der Strombedarf steigt schneller als erwartet und die Netzinfrastruktur hat mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien nicht Schritt gehalten“, sagt Francesco La Camera, Generaldirektor der Irena. „Angesichts der Anzeichen, dass sich auch der Kapazitätsausbau verlangsamen könnte, müssen wir unsere Ambitionen in Bezug auf das 1,5°C-Ziel einer Realitätsprüfung unterziehen. Der überarbeitete Fahrplan von Irena macht deutlich: Wir müssen schneller vorankommen, schneller elektrifizieren und die Systeme aufbauen, die dies unterstützen. Das bedeutet eine rasche Ausweitung und Modernisierung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, der Netzinfrastruktur, der Speicherkapazitäten und der Flexibilität dieser Technologien.“
Photovoltaik laut Bericht zum VAE-Konsens Rückgrat der weltweiten Energiewende
Erneuerbare Energien sind laut dem Bericht zum VAE-Konsens um 2025 in den meisten Märkten die kostengünstigste Quelle für neuen Strom. Insbesondere die Installation von Photovoltaik verzeichnet kontinuierlich neue Rekordwerte und wird so zum Rückgrat der weltweiten Energiewende. Dabei werden sich die durchschnittlichen jährlichen Nettoleistungszuwächse bis 2030 gegenüber dem Niveau von 2025 voraussichtlich verdoppeln.
Bis 2030 können fluktuierende erneuerbare Energien wie Solar- und Windenergie die Gesamtleistung fossiler Brennstoffe überholen und rund 62 % der gesamten installierten Leistung ausmachen – ein Anstieg gegenüber 35 % im Jahr 2025, wie der neue Bericht bestätigt. Da zudem die Kosten für Batteriespeicher zwischen 2024 und 2025 um 30 % und seit 2010 sogar um 95 % gesunken sind, spielt die Energiespeicherung eine entscheidende Rolle bei der Sicherstellung zuverlässiger, auf erneuerbaren Energien basierender Stromversorgungssysteme. Folglich setzen sich rund um die Uhr verfügbare erneuerbare Energien – die Kombination aus Photovoltaik und Speicherkapazität am selben Standort – zunehmend durch und machen im Jahr 2025 etwa ein Viertel der weltweit in Betrieb genommenen großen Solarkraftwerke aus.
Die Elektrifizierung spielt eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung des VAE-Konsenses. Entscheidend ist, dass die Elektrifizierung mit zunehmender Stromversorgung aus erneuerbaren Energien durch verbesserte Effizienz und eine geringere Emissionsintensität beim Energieverbrauch zu einem Multiplikator für die Dekarbonisierung wird. Mit Blick über das Jahr 2030 hinaus wird eine weitere Beschleunigung erforderlich sein, um die weltweite Elektrifizierung bis 2035 auf 35 % zu steigern – ein Fahrplan, der derzeit auf der Tagesordnung der COP31 diskutiert wird und einen klaren Maßstab für den Ausbau einer effizienten, auf erneuerbaren Energien basierenden Elektrifizierung in allen Endverbrauchssektoren liefern könnte.
Quelle: Irena | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH