Photovoltaik: Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung mit Solarstrom in Heidelberg

Luftbild von Heidelberg, im Vordergrund die Photovoltaik-Anlage des Heidelberger Bürogebäudes für die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung.Foto: Solation GmbH
Die neue Solation-PV-Anlage versorgt mehrere Mieter in Heidelberg mit einer gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung.
Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach eines Heidelberger Bürogebäudes dient der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung der Mieter und der Eigentümerin. Ein Prozent des Solarstroms wird an eine gemeinnützige Einrichtung gespendet. Die Einrichtung, die ihn bekommt, wird noch gesucht.

Das Unternehmen Solation hat auf einem Heidelberger Bürogebäude eine Photovoltaik-Anlage mit 255 Kilowatt Leistung in Betrieb genommen. Über 90 Prozent des erzeugten Solarstroms dient dem Verbrauch direkt im Gebäude. Die Mieter der Gewerbeimmobilie und auch die Eigentümerin beziehen ihn über eine gemeinschaftliche Gebäudeversorgung vom Dach, zu einem Preis unter dem Tarif des örtlichen Grundversorgers. Das entlastet das lokale Netz, weil der Strom dort bleibt, wo er entsteht. Nur ein kleiner Rest des Photovoltaik-Stroms fließt in das öffentliche Netz.

Ein Publikumsfonds, verwaltet durch den Immobilien-Investmentmanager Patrizia verpachtet die Dachflächen langfristig an Solation. Solation trägt die Investition und betreibt die PV-Anlage langfristig. Fördermittel sind keine geflossen, finanziert hat die Sparkasse Heidelberg. Mit dieser Konstruktion soll sich Photovoltaik auch dort umsetzen lassen, wo Eigentümer im gewerblichen Bestand aufgrund der bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen nicht investieren können. Genau daran scheitern solche Projekte laut Solation sonst.

PV-Stromspende an gemeinnützige Einrichtung

„Strom, der auf einem Dach entsteht, gehört in das Gebäude darunter und nicht durchs halbe Land geschickt. Über 90 Prozent bleiben hier, das entlastet auch das Netz vor Ort. Die Eigentümerin musste dafür keinen Euro investieren, Fördergeld ist keines geflossen. Was übrig bleibt, verschenken wir in die Nachbarschaft. Jetzt suchen wir jemanden in Heidelberg, der es gebrauchen kann“, sagt Sebastian Hugl, Geschäftsführer der solation GmbH.

Ein Prozent des Jahresertrags der Photovoltaik-Anlage geht 20 Jahre lang unentgeltlich an eine gemeinnützige Einrichtung in der Nachbarschaft. Es handelt sich um rund 2.000 kWh. Wer den Strom bekommt, steht noch nicht fest. Einrichtungen aus Heidelberg können sich ab sofort bewerben. Nach Recherche des Betreibers Solation ist es das erste Gebäude in Baden-Württemberg, das einen festgelegten Anteil seines Dachstroms dauerhaft an eine räumlich getrennte soziale Einrichtung abgibt. Bewerben können sich gemeinnützige Einrichtungen im Umkreis von rund fünf Kilometern um den Standort.

„Für die Energiewende in Heidelberg brauchen wir einen deutlich schnelleren Ausbau der Photovoltaik. Konzepte wie die PV-Stromspende der Solation GmbH können dazu beitragen, zusätzliche Anlagen zu realisieren und zugleich soziale Einrichtungen an der Energiewende teilhaben zu lassen, die selbst keine eigene Anlage umsetzen können“, sagt Raoul Schmidt-Lamontain, Bürgermeister für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität der Stadt Heidelberg.

Errichtet wurde die Photovoltaik-Anlage von Enatek, die Leistungselektronik stammt von Solaredge. Messkonzept und Abrechnung verantwortet Meterwise, Netzbetreiber ist Netze Heidelberg. Das Property Management liegt bei Heico Property Partners. Erstmals umgesetzt hat Solation dieses Modell im August 2026 in Bonn.

Gemeinnützige Einrichtungen aus Heidelberg und Umgebung können sich formlos per Mail an info@solation.eu, Stichwort Stromspende Heidelberg für die PV-Stromspende bewerben. Mehr als eine kurze Mail mit einer Beschreibung der Einrichtung braucht es nicht. Bewerbungsschluss ist der 31. Oktober. Die Zusage gilt für die gesamte Laufzeit der Anlage von 20 Jahren.

Mehr zum Thema Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung

Quelle: Solation | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Schließen